Disziplin 01 · Strategy & Positioning

Strategy & Positioning: Strategie in kommerzielle Entscheidungen übersetzen.

Viele Unternehmen haben eine Unternehmensstrategie, aber keine verbindliche Antwort darauf, welche Kunden sie mit welchem Angebot über welche Wege gewinnen wollen. Wir schließen diese Lücke mit einer Marktposition, einem klaren Ideal Customer Profile und einem Go-to-Market-Plan, der Marketing und Vertrieb dieselbe Richtung gibt.

Kurz gesagt

Strategy & Positioning übersetzt Unternehmensziele in konkrete kommerzielle Entscheidungen: welche Märkte und Segmente Vorrang haben, welche Unternehmen und Rollen Sie ansprechen, womit Sie sich vom Wettbewerb abgrenzen und in welcher Reihenfolge Budget eingesetzt wird. Ein Strategieprojekt dauert zwei bis vier Wochen. Die Umsetzung begleiten wir auf Wunsch als Fractional Growth Advisor.

Definition

Ein Ideal Customer Profile (ICP) ist die präzise Beschreibung der Unternehmen, für die Ihr Angebot den größten Wert schafft und bei denen Sie mit vertretbarem Aufwand gewinnen. Es beschreibt Branche, Größe, technische Ausgangslage, typische Auslöser und das Buying Committee. Ein ICP ist eine Auswahlentscheidung: Unternehmen außerhalb des Profils werden bewusst nachrangig behandelt.

01 · Ausgangslage

Wo Wachstum im technischen B2B tatsächlich hängt.

In fast jedem Erstgespräch fällt der Satz: „Wir müssen sichtbarer werden.“ Sichtbarkeit ist dabei selten das eigentliche Problem.

Unternehmen mit 50 bis mehreren hundert Mitarbeitern haben meist ein gutes Produkt, zufriedene Bestandskunden und einen Vertrieb, der sein Handwerk versteht. Es fehlt eine überzeugende Antwort auf die Frage, warum ein Interessent hier kaufen sollte und nicht beim etablierten Anbieter, den er schon kennt.

Ohne diese Antwort wird jede spätere Maßnahme teurer. Die Website muss auf jeder Seite neu begründen, wofür das Unternehmen steht. Anzeigen gleichen die fehlende Aussage mit Reichweite aus. Der Vertrieb erklärt in jedem Gespräch von vorn, was Marketing hätte vorbereiten können.

Ein Strategieprojekt setzt genau hier an. Es ist bewusst kurz gehalten, damit es eine Entscheidung herbeiführt und die Umsetzung nicht monatelang blockiert.

Typische Auslöser

  • Wettbewerber gewinnen Ausschreibungen, obwohl das eigene Produkt technisch besser ist.
  • Das Portfolio ist gewachsen und lässt sich nicht mehr in einem Satz erklären.
  • Ein neuer Markt, ein neues Segment oder ein neues Land soll erschlossen werden.
  • Ein Investor oder Beirat erwartet einen belastbaren Wachstumsplan.
  • Marketingbudget fließt in Kanäle, ohne dass die Pipeline reagiert.
  • Marketing und Vertrieb arbeiten mit unterschiedlichen Zielgruppen.

02 · Leistungsumfang

Von der Unternehmensstrategie zum Go-to-Market.

Die Module bauen aufeinander auf. Je nach Ausgangslage beginnen wir an unterschiedlicher Stelle und lassen vorhandene Ergebnisse stehen.

  • Modul 01

    Markt- und Wettbewerbsanalyse

    Marktstrategie, Markt- und Kundenanalyse und ein strukturierter Wettbewerbsvergleich. Grundlage sind Angebots- und Auftragsdaten, verlorene Ausschreibungen und Interviews mit Vertrieb und Kunden.

  • Modul 02

    ICP und Buying Committee

    Ideal Customer Profile mit Firmenmerkmalen, Auslösern und Ausschlusskriterien. Dazu die Analyse des Buying Committees: wer recherchiert, wer bewertet, wer entscheidet und wer bremst.

  • Modul 03

    Positionierung und Value Proposition

    Positionierung, Messaging und Value Proposition je Segment. Die Aussage muss im Vertriebsgespräch halten und darf für keinen Wettbewerber genauso gelten.

  • Modul 04

    Angebots- und Portfolioarchitektur

    Angebotsarchitektur, Portfolio-Strategie und Pricing Narrative. Welche Leistungen führen, welche ergänzen und wie der Preis gegenüber dem Einkauf begründet wird.

  • Modul 05

    Go-to-Market und Markteintritt

    Go-to-Market-Strategie, Vertriebs- und Marketingstrategie, Markteintritt und Internationalisierung. Mit Sales Marketing Alignment, damit beide Seiten dieselben Ziele und Definitionen verwenden.

  • Modul 06

    Growth Roadmap und Budget

    Growth Roadmap über zwölf bis 24 Monate, Budget- und Kanalstrategie, Kennzahlen und Abbruchkriterien. Auf Wunsch mit Fractional Growth Advisory für die Umsetzung.

03 · Vorgehen

Fünf Schritte in zwei bis vier Wochen.

Das Projekt soll eine Entscheidung herbeiführen. Deshalb ist es kurz und endet mit einer priorisierten Roadmap.

  1. 01

    Analyse

    3 bis 5 Arbeitstage

    Auswertung von Angebotsstatistik, verlorenen Ausschreibungen und Bestandskundenstruktur. Interviews mit Vertrieb, Geschäftsführung und zwei bis drei Kunden.

    Parallel ein strukturierter Wettbewerbsvergleich: Wie positionieren sich die fünf relevantesten Anbieter, und wo überschneiden sich die Aussagen?

    • Wettbewerbsmatrix mit Aussagen und Lücken
    • Auswertung gewonnener und verlorener Anfragen
    • Erster Entwurf des Ideal Customer Profile
  2. 02

    Positionierung

    3 bis 5 Arbeitstage

    Festlegung, für welchen Kundentyp das Angebot die beste verfügbare Wahl ist und gegen welche Alternative es antritt. Dazu gehört auch die unbequeme Entscheidung, welche Anfragen künftig nicht mehr aktiv verfolgt werden.

    Prüfstein für das Ergebnis: Der Positionierungssatz muss falsch werden, wenn ein Wettbewerber ihn übernimmt.

    • Positionierungsdokument (8 bis 12 Seiten)
    • Abgrenzung gegenüber den drei nächsten Wettbewerbern
    • Definition der Nicht-Zielgruppe
  3. 03

    Wachstumsthese

    2 bis 3 Arbeitstage

    Eine überprüfbare Annahme, woher das Wachstum der nächsten zwölf bis 24 Monate kommen soll: mehr Anfragen im Bestandsmarkt, ein neues Segment, ein neues Land oder eine Verschiebung im Angebotsmix.

    Zur These gehört auch, woran man erkennt, dass sie nicht stimmt.

    • Wachstumsthese mit Annahmen und Gegenprobe
    • Größenordnung des adressierbaren Marktes
    • Abbruchkriterien
  4. 04

    Go-to-Market

    2 bis 4 Arbeitstage

    Übersetzung der Position in einen Plan: welche Segmente zuerst, über welche Kanäle, mit welchen Botschaften und in welcher Reihenfolge.

    Enthält die Buying-Committee-Logik je Segment und die Abstimmung mit dem Vertrieb zu Übergabe, Definitionen und Zielgrößen.

    • Go-to-Market-Plan über zwölf Monate
    • Buying-Committee-Karte je Zielsegment
    • Botschaften je Rolle im Kaufprozess
  5. 05

    Roadmap und Budget

    1 bis 2 Arbeitstage

    Abschließende Priorisierung: Welche Maßnahmen zahlen in den nächsten zwei Quartalen am stärksten ein, welche kommen später, welche entfallen?

    Mit einer ehrlichen Aufwands- und Budgetschätzung je Maßnahme.

    • Growth Roadmap
    • Budget- und Kanalplanung
    • Empfehlung für die nächste Phase

04 · Buying Committee

Wer im Kundenunternehmen mitentscheidet.

Typische Rollen im Buying Committee technischer B2B-Käufe
RolleTypische FrageWas überzeugt
GeschäftsführungRechnet sich das, und welches Risiko gehen wir ein?Wirtschaftlichkeit, Referenzen, Stabilität des Anbieters
Technische LeitungPasst das zu unserer Anlage, Architektur oder Norm?Spezifikationen, Auslegungshilfen, Integrationswissen
Fachabteilung und AnwenderMacht es unsere tägliche Arbeit leichter?Anwendungsbeispiele, Demonstration, Schulung
EinkaufIst das Angebot vergleichbar und fair bepreist?Klare Leistungsbeschreibung, Konditionen, Lieferfähigkeit
IT und InformationssicherheitIst es sicher und integrierbar?Datenschutz, Schnittstellen, Betriebskonzept
ControllingWas kostet es über die gesamte Laufzeit?Total Cost of Ownership, Amortisation, Service

Typisch sind vier bis sieben beteiligte Personen. Zusammensetzung und Gewicht der Rollen unterscheiden sich je Branche und Auftragsgröße.

05 · Ergebnisse

Was Sie nach dem Projekt in der Hand halten.

Lieferergebnisse eines Strategieprojekts
ErgebnisFormWofür es im Alltag gebraucht wird
PositionierungsdokumentPDF, 8 bis 12 SeitenGrundlage für Website, Angebote, Messeauftritt und Stellenanzeigen
Ideal Customer ProfileProfil mit KriterienAccount-Auswahl, Kampagnenzielgruppen, Lead Scoring
Buying-Committee-KarteSchaubild je SegmentInhalte je Rolle statt einer Botschaft für alle
WettbewerbsmatrixTabelleArgumentationshilfe im Vertriebsgespräch
Go-to-Market-PlanZeitplan über 12 MonateReihenfolge der Maßnahmen und Budgetplanung
Growth RoadmapPriorisierte MaßnahmenlisteAbstimmung mit Geschäftsführung, Beirat oder Investor

Alle Ergebnisse gehen in Ihr Eigentum über und dürfen ohne Einschränkung weiterverwendet werden, auch mit anderen Dienstleistern.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Strategy & Positioning.

Wie lange dauert ein Strategieprojekt?
Zwei bis vier Wochen. Die Spanne hängt vor allem davon ab, wie schnell Interviews mit Vertrieb, Geschäftsführung und Kunden terminiert werden können. Die Analyse läuft parallel.
Was kostet ein Strategieprojekt?
Ein eigenständiges Strategieprojekt liegt am unteren Ende unseres Projektrahmens von 10.000 bis 50.000 €. Den konkreten Betrag nennen wir nach dem Erstgespräch, wenn Umfang, Anzahl der Segmente und Interviewaufwand feststehen.
Brauchen wir das, wenn wir schon eine Positionierung haben?
Nicht zwingend. Ein guter Test: Können drei Personen aus Vertrieb und Geschäftsführung unabhängig voneinander denselben Satz nennen, für wen Ihr Angebot gemacht ist und gegen wen es antritt? Wenn ja, überspringen wir diese Phase oder prüfen nur ICP und Go-to-Market.
Was ist Fractional Growth Advisory?
Strategische Marketing- und Growth-Leitung auf Zeit. Ein erfahrener Berater von Proxfon übernimmt an festen Tagen im Monat die Steuerung von Roadmap, internen Teams und Dienstleistern und berichtet an die Geschäftsführung. Das ist sinnvoll, wenn die Stelle einer Marketingleitung noch nicht besetzt ist oder eine Transformationsphase begleitet werden soll.
Wer muss auf Ihrer Seite mitarbeiten?
Die Geschäftsführung für rund vier Stunden, die Vertriebsleitung für rund sechs Stunden, dazu Zugriff auf Angebots- und Auftragsdaten der letzten zwei Jahre. Kundeninterviews führen wir selbst.
Was passiert, wenn die Positionierung intern umstritten ist?
Das ist der Normalfall. Deshalb wird die Entscheidung an Daten festgemacht: an verlorenen Ausschreibungen, an der Struktur der profitabelsten Kunden und am tatsächlichen Wettbewerbsumfeld. Eine gemeinsame Faktenlage löst Uneinigkeit zuverlässiger als eine weitere Diskussionsrunde.

Zusammenarbeit

Sprechen wir über Ihre Ausgangslage.

Im ersten Gespräch klären wir in 30 Minuten, wo Ihr Wachstum aktuell stockt und ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Danach erhalten Sie eine ehrliche Einschätzung zum realistischen Rahmen.

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