Disziplin 04 · Demand Generation

Demand Generation: planbare Nachfrage und ein reproduzierbarer Akquiseprozess.

Im technischen B2B sucht zu jedem Zeitpunkt nur ein kleiner Teil der Zielunternehmen aktiv nach einem Anbieter. Demand Generation sorgt dafür, dass Ihr Unternehmen bei allen anderen bekannt und relevant ist, bevor der Bedarf entsteht. Und dass aktive Nachfrage zuverlässig bei Ihnen ankommt.

Kurz gesagt

Demand Generation verbindet Demand Creation, also das Wecken von Bedarf, mit Demand Capture, dem Abholen vorhandener Nachfrage. Dazu gehören Account-Based Marketing, LinkedIn Ads, Google Ads, Retargeting, Outbound, Content Distribution, Event- und Webinar-Kampagnen, Partner Marketing und Nurturing. Wir verkaufen keine Leads. Wir bauen den Prozess, der planbar qualifizierte Gespräche für Ihren Vertrieb erzeugt.

Definition

Demand Generation ist der systematische Aufbau von Nachfrage bei Unternehmen, die heute noch nicht kaufbereit sind, verbunden mit der zuverlässigen Erfassung vorhandener Nachfrage. Das ist entscheidend in Märkten, in denen zu jedem Zeitpunkt nur ein bis fünf Prozent der Zielunternehmen aktiv suchen.

01 · Ausgangslage

Warum Reichweite im technischen B2B selten hilft.

Wenn ein Unternehmen 800 relevante Zielkunden im DACH-Raum hat, ist Reichweite kein sinnvolles Ziel. Präzision ist es.

Ein häufiger Fehler ist, Methoden aus dem Konsumgütergeschäft zu übertragen: möglichst viele Kontakte, möglichst niedrige Kosten je Lead. In einem Markt mit langen Kaufprozessen und vier bis sieben beteiligten Personen entsteht so eine Liste, mit der der Vertrieb wenig anfangen kann.

Der zweite Fehler ist die Fixierung auf aktive Suche. Wer nur die wenigen Unternehmen bearbeitet, die gerade suchen, konkurriert mit allen Wettbewerbern um dieselben Anfragen und zahlt entsprechend.

Wirksame Demand Generation verbindet deshalb drei Dinge: eine definierte Liste von Zielaccounts, kontinuierliche Präsenz im gesamten Buying Committee und einen sauberen Übergang von Interesse zu Gespräch.

Woran ein System fehlt

  • Anfragen kommen in Wellen und lassen sich nicht vorhersagen.
  • Marketing meldet Leads, der Vertrieb findet keine Gespräche.
  • Niemand weiß, welche Zielaccounts bereits Interesse zeigen.
  • Kampagnen starten ohne passende Zielseiten.
  • Messen und Webinare werden nicht nachbearbeitet.
  • Outbound läuft ohne ICP und ohne abgestimmte Botschaften.

02 · Leistungsumfang

Acht Bausteine eines Akquisesystems.

Nicht jeder Baustein ist in jedem Markt nötig. Die Kanalstrategie legt fest, welche Kombination für Ihr Segment trägt.

  • Strategie

    Demand Generation Strategy

    Kanalmix, Budgetverteilung zwischen Demand Creation und Demand Capture, Zielgrößen je Phase und ein Testplan für die ersten zwei Quartale.

  • Accounts

    Account-Based Marketing

    Auswahl und Priorisierung der Zielaccounts, Account Research und abgestimmte Ansprache des Buying Committees über Anzeigen, Inhalte und Vertrieb.

  • Paid Media

    LinkedIn Ads, Google Ads, Retargeting

    Search Advertising für aktive Nachfrage, LinkedIn und Paid Social für B2B zur Bedarfsweckung, Retargeting über den gesamten Kaufprozess.

  • Outbound

    Outbound-Kampagnen

    ICP Lead Sourcing, Lead Enrichment, LinkedIn Outreach und E-Mail-Outreach im rechtlichen Rahmen, abgestimmt mit Ihrem Vertrieb.

  • Content

    Content Distribution

    Fachinhalte, Case Studies und Whitepaper dorthin bringen, wo das Buying Committee recherchiert: Suche, LinkedIn, Fachportale und Newsletter.

  • Events und Partner

    Event-, Webinar- und Channel-Kampagnen

    Kampagnen rund um Messen, eigene Webinare und Fachveranstaltungen. Partner Marketing mit Distributoren, Integratoren und Vertriebspartnern.

  • Conversion

    Conversion Funnels und Nurturing

    Landingpages, abgestufte Angebote und Nurturing-Strecken für Kontakte, die noch nicht kaufbereit sind.

  • Betrieb

    Campaign Operations

    Kampagnenaufbau, Tracking, Budgetsteuerung, Qualitätssicherung und Monatsbericht aus einer Hand.

03 · Account-Based Marketing

Drei Stufen von Account-Based Marketing.

Account-Based Marketing ist im technischen B2B oft der wirksamste Einstieg, weil die Zahl relevanter Zielunternehmen begrenzt ist und Marketing und Vertrieb dieselbe Liste bearbeiten.

ABM-Stufen im technischen B2B
StufeUmfangAnspracheGeeignet für
1:1 · Strategic ABMetwa 5 bis 20 AccountsIndividuelle Inhalte, Research je Account, enge Abstimmung mit Key Account ManagementGroße Einzelaufträge, Rahmenverträge, Konzernkunden
1:few · Cluster-ABMetwa 20 bis 100 AccountsInhalte je Cluster mit gleicher Branche oder gleichem ProblemSegmente mit vergleichbaren Anforderungen
1:many · Programmatic ABMmehrere hundert AccountsZielaccount-Listen in LinkedIn und Google, skalierte Inhalte, Intent-SignaleBreitere Zielmärkte mit klarem ICP

Richtwerte zur Orientierung. In der Praxis werden die Stufen oft kombiniert, etwa ein 1:1-Programm für die wichtigsten Accounts und 1:many für den übrigen Zielmarkt.

04 · Vorgehen

Wie Nachfrage aufgebaut wird.

Kein Kanal startet, bevor die Zielseite steht. Traffic auf eine unpassende Seite kostet Budget ohne Ergebnis.

  1. 01

    Accounts und Kanäle

    1 bis 2 Wochen

    Zielaccount-Liste auf Basis des ICP, Kanalauswahl nach tatsächlichem Rechercheverhalten und Budgetverteilung zwischen Bedarfsweckung und Bedarfsabschöpfung.

    • Zielaccount-Liste
    • Kanalauswahl mit Begründung
    • Zielgrößen je Phase
  2. 02

    Inhalte und Angebote

    ab Woche 2

    Inhalte, die vor der Anfrage nützlich sind: Auswahlkriterien, Vergleiche, Berechnungsgrundlagen, Case Studies. Dazu abgestufte Angebote vom Leitfaden bis zum Beratungsgespräch.

    • Redaktionsplan über zwei Quartale
    • Angebote je Kaufphase
  3. 03

    Kampagnen und Outbound

    ab Woche 4

    Aufbau der Kampagnen in Suche und LinkedIn, Retargeting und Outbound-Sequenzen. Ausschlusslisten sind dabei oft wichtiger als Zielgruppenlisten.

    • Kampagnenstruktur je Kanal
    • Anzeigen und Assets
    • Outbound-Sequenzen
    • Testplan
  4. 04

    Conversion und Übergabe

    ab Woche 6

    Landingpages je Kampagnenziel, Formularlogik mit Qualifizierungsfragen und eine definierte Übergabe an den Vertrieb mit Reaktionszeiten.

    • Landingpages
    • Qualifizierungskriterien
    • Übergabeprozess
  5. 05

    Steuerung

    laufend

    Monatliche Auswertung entlang der Kette von Sichtkontakt bis Angebot. Optimiert wird auf qualifizierte Gespräche und Pipeline, nicht auf Klickpreise.

    • Monatsbericht mit Empfehlung
    • Kennzahlen bis zur Angebotsphase
    • Quartalsweise Neuplanung

05 · Kennzahlen

Woran Fortschritt gemessen wird.

Kennzahlen entlang des Kaufprozesses
PhaseKennzahlAussagekraft
BedarfsweckungReichweite und Interaktion in ZielaccountsAussagekräftig in Verbindung mit späteren Phasen
RechercheWiederkehrende Besucher aus ZielaccountsFrüher Indikator für entstehenden Bedarf
Aktive SucheAnfragen mit erkennbarer KaufabsichtWichtigste kurzfristige Kennzahl
QualifizierungAnteil vom Vertrieb angenommener AnfragenZeigt, ob die richtigen Unternehmen erreicht werden
PipelineAnzahl und Volumen ausgelöster AngeboteDer eigentliche Nachweis
AbschlussAuftragswert je Kanal über 6 bis 12 MonateVerzögert messbar, aber die belastbarste Größe

Die vollständige Kette lässt sich nur mit angebundenem CRM auswerten. Siehe Revenue Operations & Intelligence.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Demand Generation.

Verkaufen Sie Leads?
Nein. Wir bauen mit Ihnen einen Akquiseprozess, der qualifizierte Gespräche erzeugt, und übergeben diese an Ihren Vertrieb. Konten, Daten, Inhalte und Kampagnen gehören Ihnen. So bleibt der Prozess auch nach der Zusammenarbeit reproduzierbar.
Wie schnell wirkt Demand Generation?
Erste Anfragen aus bezahlter Suche sind ab Woche sechs bis acht möglich. Account-Based Marketing und LinkedIn zeigen nach zwei bis drei Monaten messbares Interesse in den Zielaccounts. Eine stabile Pipeline entsteht typischerweise im zweiten bis dritten Quartal.
Welches Mediabudget ist sinnvoll?
Für ein klar umrissenes Segment im DACH-Raum liegen sinnvolle Einstiegsbudgets bei 2.000 bis 6.000 € pro Monat über mindestens sechs Monate. Darunter lassen sich in langen Kaufprozessen kaum belastbare Aussagen treffen.
Ab wann lohnt sich Account-Based Marketing?
Sobald ein klares ICP vorliegt und der Vertrieb bereit ist, dieselbe Account-Liste zu bearbeiten. Schon mit 30 bis 50 gut ausgewählten Zielaccounts lässt sich ein wirksames Programm aufbauen.
Machen Sie Kaltakquise per E-Mail?
Outbound gehört zu Demand Generation, aber nur im rechtlichen Rahmen. In Deutschland ist unaufgeforderte E-Mail-Werbung auch im B2B an enge Voraussetzungen gebunden. Wir prüfen deshalb je Zielland die Rahmenbedingungen und setzen im DACH-Raum vorrangig auf LinkedIn, Account Research und abgestimmte Vertriebsansprache.
Übernehmen Sie auch die Inhalte?
Ja. Fachtexte, Case Studies und Kampagnen-Assets entstehen auf Basis von Interviews mit Ihren Technikern und Vertriebsleuten. Für Creator-Formate und Short-Form-Video kommt die Spezialeinheit ViralBP hinzu.

Zusammenarbeit

Sprechen wir über Ihre Ausgangslage.

Im ersten Gespräch klären wir in 30 Minuten, wo Ihr Wachstum aktuell stockt und ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Danach erhalten Sie eine ehrliche Einschätzung zum realistischen Rahmen.

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